Die Metamorphosen des Wladimir Putin

Der im Jahr 2000 überraschend zum russischen Präsidenten gewählte Wladimir Putin orientiert sich zunächst nach Westen, will Russland reformieren und in den Klub der Staatenlenker wie Tony Blair, George W. Bush und Gerhard Schröder aufgenommen werden. Doch bald fühlt er sich betrogen, von der Nato-Osterweiterung, den vom Westen unterstützten »orangen« Revolutionen in Georgien und der Ukraine. Er räumt potenzielle Rivalen wie Michail Chodorkowski aus dem Weg und zieht innenpolitisch die Zügel an. Es folgt eine Phase, in der Putin sich eher wie ein mächtiger Oligarch gibt, in der er das »gute Leben« der Superreichen schätzen lernt. Während der Präsidentschaft Medwedews bleibt er mit seinen PR-Stunts – halbnackt auf dem Pferd, mit Weißkranichen fliegend – omnipräsent. Als sich zu Beginn seiner dritten Amtszeit das Großstadtpublikum von ihm abwendet, besinnt Putin sich auf das einfache Volk, mit dem er sich im Hass auf Amerika einig weiß. Die Maidan-Revolution in Kiew füttert seine Paranoia: Die USA haben es in Wirklichkeit auf ihn abgesehen. Die Folgen sind bekannt – ein Krieg gegen die Ukraine und eine veränderte Rolle Russlands in Europa. Waldimir Putin hat sich seit seiner dritten Amtszeit um 180 Grad gewandelt. War er zu Beginn seiner ersten Amtzeit um tiefgreifende Reformen bemüht, geht es ihm und seinem "Hofstaat" nach 2012 rein um den Erhalt der so verführerischen Macht - koste es was es wolle. Lesen Sie dazu mehr im Newsletter Nr. 11/2015

© 2015